Ratgeber

Dachgaubenarten im Vergleich.

Eine Gaube bringt Licht, Kopffreiheit und Wohnqualität ins Dachgeschoss. Doch nicht jede Gaubenform ist überall erlaubt – Bebauungsplan und Denkmalschutz setzen enge Grenzen. In Wuppertal sind je nach Stadtteil und Baulinie unterschiedliche Gaubentypen zulässig. Wir erklären die wichtigsten Formen und ihre Eignung.

Die wichtigsten Gaubenformen

Schleppgaube

Die häufigste und technisch einfachste Gaubenform. Ein flach geneigtes Dach schiebt sich vor die Hauptdachfläche. Schleppgauben sind in fast allen Wuppertaler Wohngebieten zulässig, sofern der Bebauungsplan keine Gaubenfreiheit vorschreibt.

  • Typische Breite: 1,50 bis 4,00 m
  • Kosten: 8.000 bis 18.000 € je nach Größe
  • Wohnflächengewinn: 3 bis 8 m²
  • Erforderliche Baugenehmigung: Ja

Sattelgaube

Die Sattelgaube hat einen eigenen kleinen Giebel mit zwei schrägen Dachflächen. Sie wirkt wie ein zweites, kleines Haus auf dem Dach und passt besonders gut zu Satteldach-Häusern. Optisch sehr ansprechend, technisch aufwendiger.

  • Typische Breite: 1,50 bis 3,50 m
  • Kosten: 12.000 bis 20.000 €
  • Wohnflächengewinn: 4 bis 7 m²
  • Erforderliche Baugenehmigung: Ja

Fledermausgaube

Die Fledermausgaube (auch Hechtgaube) ist typisch für Gründerzeit- und Jugendstilhäuser. Sie hat ein sehr flaches, trapezförmiges Dach mit nach außen geneigten Wangen. In Wuppertal ist sie in vielen denkmalgeschützten Bereichen vorgeschrieben – Teile des Luisenviertels, Elberfelder Innenstadt und Barmer Zentrum.

  • Typische Breite: 1,20 bis 2,50 m
  • Kosten: 12.000 bis 18.000 €
  • Wohnflächengewinn: 3 bis 5 m²
  • Erforderliche Baugenehmigung: Ja, plus Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde

Spitzgaube (Dreiecksgaube)

Kleine dreieckige Gaube im Firstbereich. Setzt architektonische Akzente, bringt aber nur wenig Wohnfläche. Wird eher als gestalterisches Element eingesetzt, etwa zur Belichtung eines Flurs oder kleinen Zimmers.

  • Typische Breite: 0,80 bis 1,50 m
  • Kosten: 6.000 bis 12.000 €
  • Wohnflächengewinn: 1 bis 3 m²

Trapezgaube

Kompromiss zwischen Schlepp- und Sattelgaube: zwei schräge Dachflächen, die in einem kurzen First enden. Bringt mehr Platz als eine Schleppgaube und ist optisch ausgewogener und wirkt weniger „aufgesetzt" als eine Sattelgaube.

Flachdachgaube

Moderner Sonderfall, oft bei Bauhaus- oder Bauhaus-inspirierter Architektur. Erfordert sehr gute Abdichtung, ist aber platzsparend und geradlinig. In Wuppertal seltener, vor allem in Neubaugebieten.

Was ist in Wuppertal erlaubt?

Bebauungsplan beachten

In Wuppertal gibt es je nach Stadtteil sehr unterschiedliche Bebauungspläne. Einige schreiben Gaubenfreiheit vor, andere lassen mehrere Gaubenarten zu. Wir prüfen vorab, was in Ihrem konkreten Fall zulässig ist.

Denkmalschutz in Elberfeld und Barmen

In denkmalgeschützten Bereichen – vor allem im Luisenviertel, in Teilen der Elberfelder Innenstadt und des Barmer Zentrums – ist die Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Wuppertal erforderlich. Häufig sind Fledermausgauben oder besondere Fensterformate vorgeschrieben. Bei Verstößen droht die Rückbaupflicht – wir stimmen die Planung vorab mit der Behörde ab.

Gauben ja, aber nicht zu viele

Die meisten Wuppertaler Bebauungspläne begrenzen die Anzahl der Gauben pro Dachseite (typisch: 1–2 Gauben) und ihre maximale Breite (typisch: 30–50 % der jeweiligen Dachfläche). Wir achten auf die Einhaltung dieser Vorgaben.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Eine Gaube amortisiert sich meist über den Wohnflächengewinn und die Wertsteigerung der Immobilie. Eine typische 3-m-Schleppgaube bringt etwa 5 m² zusätzliche Wohnfläche mit voller Stehhöhe – das entspricht einem Wertzuwachs von 25.000 bis 40.000 €. Die Baukosten von 12.000 bis 16.000 € refinanzieren sich also deutlich.

Förderung von Gauben

Gauben selbst sind nicht direkt BAFA-förderfähig. Aber die Bauteile der Gaube können gefördert werden:

  • Dämmung der Gaubenwangen (BAFA-Standard U ≤ 0,14)
  • Gaubenfenster (BAFA, wenn Uw ≤ 0,95)
  • Gaubendach (BAFA, wenn Dämmung gefördert wird)

Voraussetzung ist, dass die Gaube im Rahmen einer Gesamtmaßnahme „Dachdämmung" gefördert wird. Wir stellen sicher, dass die Förderfähigkeit erhalten bleibt.

Welche Gaube passt zu Ihrem Haus?

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